Das im Jahr 2009 gegründete Zentrum vereint Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Disziplinen Altes Testament, Neues Testament, Alte Kirchengeschichte und Systematische Theologie und ist im intensiven Austausch mit Forscherinnen und Forschern weiterer Altertumswissenschaften (Judaistik, Altphilologie, Altorientalistik, Philosophie und Geschichte der Antike) sowie gegenwärtiger Ethik bzw. Moralphilosophie.

Ziel ist die Etablierung eines interdisziplinären Ansatzes zur Erforschung der Begründungszusammenhänge der Ethik in der Antike (besonders des frühen Christentums) mit Relevanz für den gegenwärtigen Ethik-Diskurs bis hinein in aktuelle Handlungsfelder der praktischen Ethik (z.B. Ethik und Sport, Bioethik).

Ein Schwerpunkt des Zentrums liegt hierbei in der Erforschung nicht-rationaler, literaturgebundener Ethik-Reflexion wie z.B. der narrativen oder metaphorischen Ethik sowie auf der Erforschung des Zusammenhangs von Ethik und Zeit.

Bitte kontaktieren Sie eines der Mitglieder für weitere Informationen oder bei Interesse an einem Promotionsstudium oder an der Beteiligung an einem PostdoktorandInnenprojekt.

  • 17. MMM im Mai 2026
    Das 17. Mainz Moral Meeting wird am 20. Mai 2026, 10-17 Uhr auf dem Campus der JGU stattfinden, und zwar zum Thema: „Satis est. Maß und Zufriedenheit in der Ethik“. Das Programm und alle sonstigen Informationen finden sich weiter unten … Weiter lesen
  • Neue Ausgabe des JEAC
    Ende des Jahres 2025 ist die aktuelle Ausgabe des JEAC zum Thema Friedensethik erschienen. Die Ausgabe kann (wie auch alle vorherigen Ausgaben) hier im open access heruntergeladen werden.
  • Neues YouTube Video
    Professor Morwenna Ludlow (Exeter) war im ersten Halbjahr des Jahres 2025 Gast des Forschungsbereichs e/ac. Im neuesten Video der Patristica-Podcast-Serie diskutiert sie mit Ulrich Volp Gregor von Nyssas anthropologische und ethische Ansichten auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=kKvBVxmqIgE
  • Internationale Tagung zur Ethik des Alters
    Am 26.-28. Mai 2025 wird eine internationale und interdisziplinäre Tagung zum Thema „The Ethics of Aging in Graeco-Roman Antiquity and Beyond“ stattfinden. Sie steht im Kontext des DFG-Forschungsprojekts „The Ancient Fable Tradition and Early Christian Literature“ und wird von Dr. … Weiter lesen
  • Neuer MMM-Zyklus
    Der neue Zyklus der Mainz Moral Meetings steht unter dem Titel: „Satis est. Maß und Zufriedenheit in der Ethik“ Eröffnet wird dieser Zyklus durch das 17. MMM am 20. Mai 2026, 10-17 Uhr, auf dem Campus der JGU.Die weiteren Tagungen … Weiter lesen
  • Vortrag und Tagung zur Klimaethik am 4./5. März 2024
    PD Dr. Raphaela Meyer zu Hörste-Bührer und Prof. Dr. Ruben Zimmermann (Mainz) aus dem Leitungsteam des Forschungsbereichs „Ethik in Antike und Christentum“ laden am 4./5. März 2024 Expert:innen und Interessierte der Fakultät zu einer ökumenischen Tagung unter dem Titel „Ist des … Weiter lesen
  • Anmeldung für 16. MMM möglich
    Die Anmeldung für das 16. Mainz Moral Meeting (MMM) ist jetzt möglich. Das Programm mit allen weiteren Informationen ist hier abrufbar.
  • Verantwortungsethik im Horizont der Klimakrise
    Im Rahmen der Ringvorlesung „Verantwortung“ an der TH Aschaffenburg und im Kontext des ‚mainprojects. Wissenstransferprojekt des Europäischen Sozialfonds (ESF)‘ hat Prof. Dr. Ruben Zimmermann am 06.11.2023 zum Thema „Warum ist der Mensch (un-)verantwortlich? Verantwortungs-Ethik im Horizont der Klimakrise“ vorgetragen. Siehe dazu … Weiter lesen
  • e/αc-Vortrag zur Ethik in der Alten Kirche
    Ab sofort ist der folgende Vortrag des e/αc-Mitglieds Prof. Dr. Ulrich Volp digital zugänglich (anklicken): „So soll Eurer Seele Entscheidung sein“. Der Mensch als ethisches Subjekt im Denken antiker Christen
  • e/αc-Gastvortrag von Professor Morwenna Ludlow
    1. Juni 2023, 10.15 Uhr, T3 (Theologicum): Öffentlicher Vortrag von Professor Morwenna Ludlow (Exeter University), „What is good speech? Paraklesis as a biblical model for public discourse in late antique Greek theology.“ Herzliche Einladung – es ist keine Anmeldung notwendig!

Vergessene ethische Normen des Neues Testaments (µακροθυμία/Geduld und πραΰτης/Sanftmut)
Betreuer: Prof. Dr. Ruben Zimmermann (abgeschlossen im SoSe 2023)

Creatio-Poetik. Die Schöpfungstheologie und -ethik des Johannesevangeliums
Betreuer: Prof. Dr. Ruben Zimmermann (abgeschlossen im SoSe 2023)

Gewalt in Laktanz’ De mortibus persecutorum
Betreuer: Prof. Dr. Ulrich Volp (abgeschlossen im SoSe 2020)

Virtue Ethics in the Letter to Titus. An Inter-disciplinary Interaction between Biblical Ethics and Virtue Ethics Theory with Hermeneutical Reflections from the Perspective of African Ethics
Betreuer: Prof. Dr. Ruben Zimmermann (abgeschlossen im WiSe 2019/20)

Emotion, Narration und Ethik. Zur ethischen Relevanz antizipatorischer Emotionen in Parabeln des Matthäus-Evangeliums
Betreuer: Prof. Dr. Ruben Zimmermann (abgeschlossen im WiSe 2018/19)

Zeit und Ethik im Johannesevangelium. Theoretische, methodische und exegetische Annäherungen an die Gunst der Stunde
Betreuer: Prof. Dr. Ruben Zimmermann (abgeschlossen im SoSe 2018)

Semantik und Ethik des Wortfeldes „Ergon“ im Johannesevangelium
Betreuer: Prof. Dr. Ruben Zimmermann

Die Ethik des Johannesevangeliums im sprachlichen Feld des Handelns
Betreuer: Prof. Dr. Ruben Zimmermann

Ethics in 1 Peter: The imitatio Christi and the Ethics of Suffering in 1 Peter and the Gospel of Mark – a Comparative Study
Betreuer: Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Horn

Ethik im Galaterbrief. Ein Beitrag zur impliziten Ethik bei Paulus.
Betreuer: Prof. Dr. Ruben Zimmermann

Figuren als Handlungsmodelle.  Ein Beitrag zur narrativen Ethik unter figurenanalytischer Sicht
Betreuer: Prof. Dr. Ruben Zimmermann

Die athletische Agonistik als christliche Ethik in den Matthäushomilien des Johannes Chrysostomos
Betreuer: Prof. Dr. Ulrich Volp

Der wissenschaftliche Dialog des e/αc findet in Tagungen statt, sei es in Fachtagungen zu einzelnen Themen (z.B. Ethik und Sport), sei es in Tagungszyklen zu übergreifenden Themen wie in den so genannten Mainz Moral Meetings (MMM).

Bei den Mainz Moral Meetings handelt es sich um eine seit 2009 bestehende Tagungsreihe, die bisher in Zyklen von jeweils vier Tagessymposien einzelne Fragestellungen der Ethik anhand interdisziplinärer und internationaler Perspektiven fokussiert hat. Der erste Zyklus der Konferenzen (MMM 1-4) widmete sich einzelnen Normen frühchristlicher und antiker Ethik, während im zweiten Zyklus (MMM 5-8) Formen der Ethikbegründung, besonders im Zuge einer literarischen, nicht-argumentativen Reflexionsweise (narrative Ethik, doxologische Ethik) im Mittelpunkt standen. Der dritte Zyklus (MMM 9-13) untersuchte Fragen von Ethik und Zeit. Der vierte Zyklus (MMM 14-16) stand unter dem Thema „To eat or not to eat. Ethik der Essenskulturen“, wobei die Schwerpunkte Essen und Schuld, Essen und Macht, Leben und Tod, Essenstabus und Essensverzicht im Fokus standen. Mit dem 17. MMM wird der neue Zyklus „Satis est. Maß und Zufriedenheit in der Ethik“ eingeleitet.

Die Teilnahme an den Symposien ist für interessierte Gäste möglich. Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt mit den Mitgliedern des Forschungsbereichs auf.

Das 17. MMM wird am 20. Mai 2026, 10-17 Uhr auf dem Campus der JGU stattfinden.

Progamm und weitere Informationen:

Am 26.-28. Mai 2025 fand in Mainz die Tagung zum Thema „The Ethics of Aging in Graeco-Roman Antiquity and Beyond“ statt. Sie stand im Kontext des DFG-Forschungsprojekts „The Ancient Fable Tradition and Early Christian Literature“ und wurde von Dr. Albertina Oegema und Prof. Dr. Ruben Zimmermann vorbereitet. Namhafte Vertreter:innen aus der antiken Altersforschung (Geschichtswissenschaft, Altphilologie, Judaistik, Neues Testament) und gegenwärtigen Gerontologie (med. Ethik, Praktische Theologie etc.) fokussierten normative und ethische Fragen, um die Brücke zwischen dem antiken und gegenwärtigen Altersdiskurs zu schlagen. Die Beiträge sollen in einem Sammelband der Reihe „Kontexte und Normen neutestamentlicher Ethik“ (Mohr Siebeck) publiziert werden. Einzelheiten siehe Programmflyer.

Im Sommersemester 2024 veranstaltet das ea/c das „16. Mainz Moral Meeting“ – das letzte im MMM-Zyklus, der sich dem Themenkomplex „Ethik der Esskulturen“ widmet und ethische Aspekten von Mählern in der Antike nachspürt. Im diesjährigen MMM geht es um den Zusammenhang zwischen Essen, Tod und Trauern im ethischen Kontext.

Dafür haben wir Referierende aus unterschiedlichen Fachbereichen und Disziplinen zum Gespräch gebeten: Prof. Dr. Bronwen Neil (Sydney) / Dr. Sarah Lange-Weber (Tübingen) / Prof. Dr. Angela Standhartinger (Marburg) / Prof. Dr. Ulrich Volp (Mainz).

Termin und Ort: Senatssaal im naturwissenschaftlichen Gebäude, Beginn 10:00 h.

Anmeldung per e-mail: sekretariat-volp@uni-mainz.de.

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Das letzte MMM fand am 10. Mai 2023 im Atrium Maximum der Johannes Gutenberg-Universität statt. In der Reihe „To eat or not to eat. Ethik der Esskulturen“ ging es diesmal um die Ethik des Essensverzichts. Namhafte Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichen Disziplinen befassten sich mit religiösem Fasten im Judentum (Prof. Dr. Andreas Lehnhardt) und Jainismus (Dr. Andrea Luithle-Hardenberg), mit Veganismus (Prof. Dr. Kurt Remele und Dr. Friederike Schmitz), mit politisch motiviertem Hungerstreik (Dr. Maximilian Buschmann) und mit Sterbefasten (Prof. Dr. Michael Coors).

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Vom 2.-4. Juni 2022 findet am e/αc die internationale Creation Conference zum Thema „Creation Concepts and Creation Care in Early Judaism, Early Christianity, and Beyond“ statt. Sie steht im Kontext eines derzeitigen Forschungsschwerpunkts des Seminars für Neues Testament (Prof. Zimmermann, siehe DFG-Projekt „Schöpfung im Johannesevangelium“ https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/428143557) und weitete das Projekt in einen historischen Kontext weiterer Schriften ein. Dem Grundanliegen des e/αc folgend werden die antiken Texte in einen Dialog mit aktuellen ethischen Herausforderungen im Horizont von Schöpfungsethik gebracht.

Renommierte Wissenschaftler*innen zum Thema aus Großbritannien, USA, Canada etc. werden hierzu in Mainz erwartet.


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“To eat or not to eat” stellt für die Antike wie auch heute keine Wahlalternative dar. Wir müssen alle essen, um zu leben. Die beiden biblischen Schöpfungsgeschichten haben entsprechend die Nahrung als göttliche Gabe der Erde im Blick. Der Mensch ist, was und wie er isst, mit wem er dies tut, und welche Bedeutung er diesem allem beimisst. Seine Esskultur, die bereits bei der Produktion und Herstellung der Nahrung beginnt, ist geprägt von seinem Weltverhältnis. In der Esskultur als fundamentalem Weltverhältnis, das den Menschen am Leben erhält, spiegelt sich auch seine Ethik. So widmet sich der neue Zyklus der Mainz Moral Meetings dem Themenkomplex „Ethik der Esskulturen“ und trägt dabei zugleich der Tatsache Rechnung, dass mit dem basalen menschlichen Bedürfnis des Essens die Ethik beginnt. Das 14. Mainz-Moral-Meeting hat zum Ziel, das Feld abzustecken und unterschiedlichen ethischen Aspekten von Mählern in der Antike nachzuspüren. Es fokussiert Themen innerhalb der Bereiche Soziologie des Körpers, der Welt des Alten sowie des Neuen Testaments, paganer Mysterien und der frühjüdischen Apokalyptik. Davon ausgehend sollen auch Brückenschläge zur gegenwärtigen Ethik-Diskussion geleistet werden. Durch Impulsreferate mit Responsen aus unterschiedlichen Disziplinen soll einer intensiven Diskussion unter den fachkundigen Teilnehmenden Raum gegeben werden.

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Videos der Referate

Seit der Aufhebung von § 217 StGB durch das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2020 werden die Fragen um Sterbebegleitung und assistiertem Suizid in Deutschland wieder intensiv diskutiert. Das Forschungszentrum „Ethik in Antike und Christentum“ (e/αc) hat dies zum Anlass genommen, sich mit seiner spezifischen Expertise in diese Debatte einzubringen und besonders die „soziale Dimension“ von Sterben und Suizid im historisch-hermeneutischen Vergleich in den Blick nehmen. Am Montag, 17. Mai 2021, 14.15-16.00 Uhr, fand deshalb ein digitales ‚Mini-Symposion‘ unter dem Titel „Selbstbestimmtes Sterben – geht das? Die soziale Dimension von Sterben und Suizid in Antike und Christentum“  statt. Inputreferate wurden von der Bochumer Praktischen Theologin Prof. Dr. Isolde Karle, der Kölner Althistorikerin PD Dr. Dagmar Hofmann sowie von den eac-Mitgliedern Prof.es Michael Roth, Ulrich Volp und Ruben Zimmermann gehalten. Die Moderation übernahm Prof. Dr. Esther Kobel vom eac. 90 Personen haben an dem Event teilgenommen und sich in die Diskussion im Anschluss rege eingebracht.

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Video der Referate

Am 19.-22. September 2019 fand mit Unterstützung der Fritz-Thyssen-Stiftung eine internationale Tagung zur impliziten Ethik des Titus-Briefes statt.

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Die CRISPR-Cas9-Technik ermöglicht gezielte Eingriffe am Erbgut von Lebewesen. Während Genom-Editing bei Tieren und Pflanzen gesellschaftlich weitgehend akzeptiert sind, werden derartige Techniken an der menschlichen Keimbahn kontrovers diskutiert. Erst Anfang Mai 2019 hat der Deutsche Ethikrat eine umfangreiche Stellungnahme zum Thema veröffentlicht.

Am 15./16. Mai 2019 fand in Zusammenarbeit zwischen dem e/ac, dem Institut für Molekularbiologie (IMB) und dem Obama-Institut eine Veranstaltung zum Thema statt. In einer öffentlichen Abendveranstaltung diskutierten der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats Prof. Dr. theol. Peter Dabrock (Erlangen), der Humangenetiker Prof. Dr. med. Wolfram Henn (Saarbrücken) und der Direktor des IMB Prof. Dr. rer. nat. Christof Niehrs (Mainz). Am nächsten Tag fand ein Workshop für Doktoranden statt.

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„Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird“, stellt Martin Walser fest und bringt damit eine Zeitdimension der Ethik pointiert zur Sprache. Auch in der ethischen Bewertung mag sich ein Ereignis mit dem Blick auf der Augenhöhe der Gegenwart deutlich von einem Rückblick auf das gleiche Ereignis unterscheiden. Nach solchen und ähnlichen Verwicklungen von Zeit und Ethik fragt das 13. Mainz Moral Meeting und wagt dabei zugleich den Rückblick, auf das, was im dritten Themenzyklus Ethik der Zeit – Zeiten der Ethik (MMM 9-12, 2015-2017) erarbeitet und erdacht wurde. Dafür werden wir uns von Walter Mesch auf die linearen Pfade der aristotelischen Zeittheorie entführen lassen, mit Rainer Kessler auf dem Weg zum Leben durch das Alte Testament ziehen, mit Hilfe von Jochen Schmidt die Lebensführung aus systematisch-theologischer Perspektive reflektieren und gemeinsam mit Reinold Schmücker der normativen Bedeutung der Zeit in bioethischen Debatten über das Leben nachgehen. Daniela Prutscher und Satoko Hisatsugi berichten aus dem Projekt zu sprachlichen Appräsentationen materialer Zeiterfahrung und Raphaela Meyer zu Hörste-Bührer fasst abschließend Notwendigkeit und Probleme einer zeitsensiblen Ethik zusammen.

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Does the Bible still play a role in a Christian’s daily life, in forming a moral character, in providing an orientation for the moral statements of Christian communities such as the churches, or even in social values and norms? Or can the biblical texts serve as a source of stimulation for forms of ethical thinking and reflection (e.g. narrative ethics, metaphorical ethics)? How can one refer to texts of the Bible in moral conduct and ethical debate? Where are the limits of such an application? The general issue will be approached from three different perspectives: 1) a text-immanent linguistic, narrative or rhetorical approach to describe the literary devices and signals whereby a text formulates a more generalized perspective. 2) A socio-historical approach to reconstruct the probable or intended impact of this text on the explicit readers, as well as early Christian or later discourses. 3) A hermeneutical approach dealing with the use of the biblical text in contemporary ethical debates interacting with current ethical theories or moral philosophy. The symposion is held in honor of Prof. Dr. Dr. Jan G. van der Watt, Hoogleraar Exegese van het Nieuwe Testament en Bronteksten van het Christendom, Radboud University, The Netherlands on the occacion of his 65th birthday. He developed pioneer work on Ethics in Johannine Literature, which will be of special interest in the symposion as well.

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„Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“, sagte angeblich Albert Einstein, dem aber zugleich das Zitat „Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug“ zugeschrieben wird. Hat die Zukunft Relevanz für die Ethik? Wieviel Zukunftserwartung braucht die Ethik, und wo verliert sie sich an eine Ideologie? Der dritte Zyklus der Mainz Moral Meetings (MMM 9–13) des Forschungsbereiches Ethik in Antike und Christentum steht unter der Thematik Ethik der Zeit – Zeiten der Ethik. Nach der Beschäftigung mit der Bedeutung der Vergangenheit (MMM 10) und der Gegenwart (MMM 11) für ethische Reflexionen wendet sich der Blick nun auf die Zukunft. Dafür entgegen des o.g. Einsteinzitats ausgerechnet die Antike und damit die Vergangenheit zu betrachten, mag auf den ersten Blick verwundern. Es lässt sich aber schnell feststellen, dass utopische, dystopische, eschatologische und apokalyptische Zukunftsnarrative eine erstaunliche Beständigkeit über die Zeit hinweg aufweisen: Die damalige Zukunft ist in vielen Fällen bereits unsere Vergangenheit, doch heutige Zukunftserwartung wird durch ganz ähnliche Metaphern und Bilder in ihrer Furcht und Hoffnung bestimmt. Lässt sich aus Fehlern (und vielleicht auch Erfolgen) der Vergangenheit etwas für die Zukunft lernen? Die Zukunft legt dem Mensch die Verantwortung für die Folgen seiner Lebensweise auf, bleibt aber zugleich offen und vielfach unvorhersehbar. Vielleicht ist dabei gerade der Umgang mit dieser Unsicherheit und den vielfältig wirksamen Zukunftsvisionen ein ethisch zu reflektierender Bereich, zumal diese Visionen auf unsere gegenwärtigen Handlungsentscheidungen und Lebensweisen maßgeblich einwirken. Dieser Herausforderung stellt sich die Tagung, indem sie Zukunftsperspektiven der Vergangenheit und Gegenwart und ihre ethische Bedeutung ins Gespräch bringt: Je ein Vortrag stellt die Zukunftsdimension der alttestamentlichen und neutestamentlichen Ethik vor. Ein aktuelles Themenfeld kommt mit dem rechtsphilosophischen Vortrag zur „Möglichkeit der Normen“ in den Blick. Welche theologischen Optionen für eine Ethik der Zukunft bestehen, bringen die systematisch-theologischen Vorträge zur Sprache. Die Mainz Moral Meetings widmen sich ethischen Themen im Alten Orient, in der Antike und im Christentum. Von dort aus werden Brückenschläge zur gegenwärtigen Ethik-Diskussion u. a. durch die Einbeziehung von metaethischen Fragestellungen geleistet.

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Wenn nun die Gegenwart in den Mittelpunkt des Interesses gestellt wird, so widmen wir uns der grundlegendsten Zeitform; denn mit der Gegenwart haben wir den Raum vor uns, in dem sich unser Leben faktisch vollzieht. Auch Vergangenheit und Zukunft können nur als Gegenwart, nämlich als vergangene Gegenwart und als zukünftige Gegenwart, zu unserem Lebens- und Gestaltungsraum werden. Allerdings droht gerade in ethischen Reflexionen die Bedeutung der Gegenwart zu Gunsten des Interesses an dem in der Zukunft liegenden (Handlungs)ziel unterbelichtet zu werden, das Hier und Jetzt wird damit zum Noch-Nicht degradiert. In diese Richtung formuliert auch der Philosoph Gerd Haeffner: „Was heißt: in der Gegenwart leben? […] Eine negative Antwort ist leicht gegeben: nicht in der Gegenwart lebt einer, der in der Vergangenheit oder in der Zukunft lebt, nicht in der Gegenwart lebt einer, der in der Phantasie statt in der Wahrnehmung lebt“. Wir sind offensichtlich unfähig, uns dem Gegenüber und seiner Präsenz zu öffnen, wenn wir uns nicht in der Gegenwart aufhalten. Unbewältigte Vergangenheit und Flucht in eine phantastische Zukunft scheinen zwei Seiten einer Medaille zu sein, die die Gegenwart nicht in den Blick bekommt. Der Verlust der Gegenwart bedeutet Verlust der Wahrnehmung des Gegenübers und seiner Bedürfnisse. Damit wird die Frage nach angemessenen Formen der Wahrnehmung der Gegenwart in dem Mittelpunkt des ethischen Interesses gerückt. Mit der Frage nach der Gegenwartswahrnehmung soll das Interesse an der Gestaltung der Zukunft nicht ersetzt, sondern fundiert werden: Welche Wahrnehmung der Gegenwart erlaubt es, die Zukunft realistisch in den Blick zu bekommen? Inwiefern leisten eventuell die biblischen Geschichten einen Beitrag zu einer Wahrnehmung der Gegenwart, die das Entscheidende in den Blick bekommt?

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Der Workshop an dem Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus unterschiedlichen Disziplinen (vor allem Theologie;Literaturwissenschaft und Philosophie) teilnahmen, ging dem Zusammenhang zwischen Poetik und Ethik nach. Die Konzeption der Tagung durch Tandem-Vorträge, Responses, interdsiziplinärem Podiumsgespräch trug der interdisziplinären Charakter der Fragestellung von Anfang an Rechnung. Es zeichneten sich gemeinsame Einsichten ab, etwa dass die Ausblendung der Frage nach der Relevanz antiker Phänomene für die Gegenwart überholt ist. Es wurde zugleich deutlich, dass die von den Teilnehmern geteilte Annahme, dass Ethik auf ästhetischer Wahrnehmung und Darstellung der Welt basiert,  kein Selbstläufer ist und einer hermeneutischen Reflexion bedarf. Ein Kriterium wurde etwa benannt und vor Ort erprobt: ästhetische Wahrnehmung führt in die Ethik, die veränderte Selbstwahrnehmung, dort wo sie das Andere/den Anderen mit einbezieht.

Zurückgeblickt werden kann auf einen Workshop mit englischsprachigen und deutschsprachigen Beiträgen von Wissenschaftler/innen aus D/B/NL/F, der Raum für intensive Diskussionen unter den Teilnehmer/innen jenseits von Sprachbarrieren und Disziplinen gab.

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Handlungen werden vielfach erst im Rückblick bewertet und zum Gegenstand der Ethik. Dabei zeigt sich, dass besonders Fehlentscheidungen und Gewalthandlungen oft einen immensen Einfluss auf die Gegenwart ausüben, indem sie als Traumata und Schulderfahrung wirksam bleiben. Das MMM 10 rückt diese Retrospektive bei der Zeitdimension der Ethik in den Vordergrund mit Vorträgen von Prof. Dr. Jan Assmann (Konstanz, Ägyptologie/Kulturwissenschaft), Prof. Dr. Christoph Horn (Bonn, Philosophie), Prof. Dr. Matthias Konradt (Heidelberg, Neues Testament), Prof. Dr. Martin Walraff (Basel, Patristik) und Dr. Christine Schließer (Zürich, Theologische Ethik).

Am 26. und 27. Juni 2015 fand die vom Forschungsbereich Ethik in Antike und Christentum (Prof. Roth und Volp) organisierte Tagung „Leistung und Erfolg in Sport, Kirche und Gesellschaft“ statt.

„Leistung führt zu Erfolg und Erfolg beruht auf Leistung“ – so lässt sich das Versprechen der bürgerlichen Gesellschaft ausdrücken: die eigene Arbeit und Leistung soll Maßstab der Statusvergabe sein. Dieser Maßstab scheint gegenwärtig in Auflösung begriffen zu sein. Demgegenüber scheint im Sport das Leistungsprinzip (noch) in seiner Reinform verwirklicht werden zu können: Der Sport etabliert eine eigene Welt, in der ein möglichst exakter Leistungsvergleich angestrebt wird. Könnte der Sport gerade als ein Reservat des Erlebens des Zusammenhangs von Leistung und Erfolg geschätzt werden, so überrascht die kritische Distanz vieler kirchlicher und theologischer Stellungnahmen zum sportlichen Leistungsprinzip: dem Sport wird sein Streben nach Leistungen geradezu vorgeworfen.

Ziel der Tagung war es, die unterschiedlichen Diskurse zum Sport aufeinander zu beziehen. So wurde von sportphilosphischer Seite die Frage nach dem speziellen Erleben des Sportlers in den Mittelpunkt gestellt, in ethischer Hinsicht das Leistungsprinzip des Sports untersucht und aus der Perspektive der Sportsoziologie die Spannung zwischen dem Ideal und der Realität des Sports bedacht. Einen Schwerpunkt bildete die historische Perspektive: die Frage nach der Verwendung von Metaphern des Sports bei Paulus und im frühen Christentum und – in umgekehrter Fragerichtung – die Frage nach der Bedeutung des Christentums für den Leistungs- und Fortschrittsgedanken wurden erörtert.

Eine Publikation der Tagungsbeiträge und weiterer Aufsätze zum Thema ist in Vorbereitung und wird erscheinen als: Michael Roth/Ulrich Volp (Hg.), Gut, besser, am besten.  Ethische und historische Reflexionen zu Leistung und Erfolg in Sport, Kirche und Gesellschaft, Leipzig 2016.  

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Menschliches Handeln vollzieht sich in der Zeit. Die Zeitkonzepte beinflussen wiederum die Reflexion auf das moralische Handeln. Die Reflexion auf das Handeln erfolgt retrospektiv im Blick auf bereits vollzogene Handlungen, präsentisch im Blick auf Handlungsentscheidungen und prospektiv im Blick auf die Folgen. Gleichwohl  hatte die Aufklärung die Ethik streng an rationale Argumentation und das ethische Subjekt gebunden, so dass Fernhorizonte und Generationen übergreifende Aspekte aus dem Blick gerieten. Die Ethik wurde somit zu einem scheinbar zeitunabhängigen Unternehmen. Die Folgen dieser Reduktion sind nicht nur im konkreten Umgang mit Geschichte (z.B. Holocaust; Naturzerstörung) und Zukunft (z.B. demographischer Wandel, Klimaveränderungen), sondern auch im Fehlen meta-ethischer Kategorien der Beschreibung und Reflexion evident.

Es handelt sich um die erste Tagung von insgesamt vier zum Themenkomplex „Ethik und Zeit“, in denen jeweils programmatisch die Perspektiven von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in den Blick genommen werden. Die einführende Tagung dient dazu, den Rahmen abzustecken und die Dimensionen von Zeit in der Ethik insgesamt auszuloten.

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In MMM 8 soll über eine “Doxologische Ethik“ nachgedacht werden. Inwiefern wird im Sprechakt des Lobens eine Handlungsbegründung gegeben? Wer z.B. einen Hymnus auf die Schöpfung anstimmt, bekennt ihren Wert und fordert (indirekt) auch ihren Erhalt. Ein Gedicht oder Lobgesang hat deshalb sowohl eine Ausdrucks- als auch Appelldimension, zugleich aber auch einen weiteren Begründungszusammenhang, in dem der Hymnus einem Adressaten (z.B. dem Schöpfer) zugeeignet wird. Große Hymnen der Christentumsgeschichte wie das Magnifikat oder der sogenannte Sonnengesang des Franziskus haben deshalb zu Recht eine prägende Rolle in der Ethik gespielt. Auf dem MMM 8 sollen anhand unterschiedlicher Textbeispiele die Spezifika einer doxologischen Handlungsbegründung herausgearbeitet werden, die in den Horizont einer medial vermittelten ästhetischen Ethik verweisen.

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Das 7. Mainz Moral Meeting befasste sich mit der mimetischen Ethik. In dieser Form der Ethikbegründung steht die Anpassung des Selbst bzw. des Handelns an einer Person oder eines Ideals im Mittelpunkt. Mimesis wurde seit Platon als das angebrachte Mittel verstanden, sich an das Gute, das Schöne und das Wahre anzupassen. Auch bei Aristoteles war Mimesis ein Mittel, vom Werdenden weg und auf das Seiende zu zustreben, gerade weil das zu Imitierende im Bereich des Seienden zu finden war. Damit war Mimesis notwendigerweise eine Anpassung an das Gute und damit eine teleologische Bewegung. Das ethische Potenzial des Begriffs liegt also auf der Hand. Obwohl der Begriff Mimesis von modernen und post-modernen Denkern auch aufgenommen wurde, ist es das platonische bzw. neu- platonische Prinzip von Mimesis als Selbstbildung in Auseinandersetzung mit einem würdigen und tugendhaften Gegenüber, das in der Spätantike in jüdischen und christlichen Texten erscheint. Das- oder Derjenige, der als zu imitierender Maßstab begriffen wird, ist anhand seiner ethischen Qualitäten der Grund, weshalb bestimmte Handlungsweisen oder Lebensformen notwendig sind. Damit erhebt die mimetische Ethik einen Anspruch darauf, an grundsätzliche Wirklichkeiten geknüpft zu sein, und baut eine Ethik in die Ordnung der Dinge hinein. Beiträge dazu gab es diesmal von Johan Leemans (Leuven), Dr. Ron Naiweld (Paris), Prof. Dr. Nils Arne Pedersen (Aarhus), Prof. Dr. Eve-Marie Becker (Aarhus) und PD Dr. István Czachesz (Heidelberg).

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Bei der Reflexion und Begründung von Handlungen im frühen Christentum begegnet nicht nur eine rationale Argumentation, wie sie sich etwa in frühen Traktaten findet; Erzählungen und Briefe greifen auf andere Argumentationsstrategien zurück, die es aufzudecken gilt. Dabei zeigt sich, dass die Sprachformen nicht nur unbedeutende Vehikel, sondern maßgebliche Ausdrucksmedien der Ethik darstellen. Moralische Reflexion durch Erzählungen, Metaphern oder in Hymnen vollzieht sich kategorial anders als durch Logik und Argument. Die Frage, worin genau die Differenz, worin Mehrwert oder Grenzen derartiger metaphorischer, narrativer, mimetischer oder doxologischer Ethiken bestehen, ist Gegenstand der Symposien. Auch in der neueren moralphilosophischen und (systematisch-)ethischen Diskussion sind Grenzen des Rationalen benannt worden, und es hat sich eine lebhafte Debatte entwickelt, wie auf andere Weise Wertediskurse geführt werden. Insbesondere zur „narrativen Ethik“ liegen inzwischen verschiedene Bände (Joisten; Hofheinz) und Einzeldarstellungen (Fischer) vor, an die das kommende MMM anknüpfen konnte. Im MMM 6 wurden zwei grundlegende Vorträge aus moralphilosophischer und literaturwissenschaftlicher Sicht zur narrativen Ethik gehalten. Zweitens wurden Chancen und Grenzen eines narratologischen Zugangs anhand einzelner Text- analysen zum Markus- und Matthäusevangelium ausgelotet. Schließlich wurden Erzählpassagen der Antoniusbriefe hinsichtlich ihrer ethischen Implikationen untersucht.

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Biblische Texte bedienen sich durchgehend einer metaphorischen Sprache, gerade auch in ethischen Zusammenhängen. Die Kirchenväter, etwa Johannes Chrysostomus, rezipieren diese Texte und reichern sie mit weiteren Metaphern an. „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt“ – so eröffnet die Bergpredigt Jesu die grundlegende Lehre Jesu. Wie aber wird durch Metaphern ethische Überzeugungskraft erlangt? Wie wird gerade diese Sprachform zur Begründungsform einer ethischen Aussage? Wie unterscheidet sich einen metaphorische von einer rationalen Handlungsreflexion?

U.a. nahmen an der Tagung als Referenten Prof. Dr. Jens Herzer aus Leipzig,  Prof. Dr. Ekkehard Mühlenberg aus Göttingen und Prof. Dr. Christoph Gregor Müller aus Fulda teil.

Das 4. Mainz Moral Meeting hat sich der Tugend und dem Tugendbegriff in Antike, Bibel und frühem Christentum gewidmet. Auch das 4. MMM strebte damit eine thematische Konzentration an und näherte sich dem Tugendbegriff aus unterschiedlichen Perspektiven.

 Von einer aktuellen Tugendrenaissance ist gegenwärtig die Rede, ja von einem Paradigmenwechsel hin zur Tugend, und dies nach Jahrzehnten offensichtlicher Tugendvergessenheit. Tugend und Tugendbegriff beherrschten von der Antike bis ins Spätmittelalter die ethische Theorie. Erst mit der Reformation traten andere ethische Leitbilder in den Blick und machten einen undifferenzierten Tugendbegriff verdächtig. Gleichwohl überlebte die Ethik der Tugend sowohl in der bürgerlichen Gesellschaft als auch in den christlichen Kirchen.

U.a. nahmen an der Tagung als Referenten Prof. Dr. Wilhelm Blümer aus Mainz, Prof. Dr. Maximilian Forschner aus Erlangen, Prof. Dr. Dr. Eckart Otto aus München und Christian Hengstermann aus Münster teil.

Die dritte Tagung im Rahmen der Mainz Moral Meetings setzte die begonnene Reihe von Versuchen fort zu bestimmen, was antike christliche Ethik ausmachte und sie begründete. Sie  befasste sich mit dem Konzept des menschlichen Leibes (σῶµα) und seiner Körperlichkeit mit seinen anthropologischen, theologischen, ethischen und kulturellen Implikationen.

U.a. nahmen an der Tagung als Referenten der Neutestamentler David Horrell aus Exeter (GB), der Systematische Theologe Frederick Aquino aus Abilene (USA) und der Züricher Neutestamentler Lorenzo Scornaienchi (I) teil. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus Deutschland, den Niederlanden, Südafrika, Großbritannien und den USA.

Die zweite Veranstaltung der Tagungsreihe „Mainz Moral Meetings“ stand unter der Überschrift  „Leben zur vollen Genüge – Lebenskunst. Der Lebensbegriff als ethische Norm in Antike und Christentum“.

U.a. nahm an der Tagung als Referent der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und stellvertretender EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider und Frau Prof. Dr. Maren Niehoff von der Hebrew University in Jerusalem teil.

Die erste Veranstaltung der Tagungsreihe „Mainz Moral Meetings“ stand unter der Überschrift „Gut, Güter, Güterabwägung“ und befasste sich unter anderem mit der Frage, wie Güter- und Übelabwägung jenseits einer steilen Prinzipienethik einerseits und einer utilitaristischen Nutzenethik andererseits funktionieren kann.

U.a. nahm an der Tagung der südafrikanische Neutestamentler Jan G. van der Watt teil und referierte über „Goods, Values and Actions. A brief structural description of the process of action creation in New Testament Writings“. Van der Watt ist Autor von mehr als 20 Büchern, Bibelübersetzer und Honorarprofessor an vielen theologischen Fakultäten weltweit. Er ist vor allem durch seine Arbeiten zum Johannesevangelium und zur Ethik des frühen Christentums sowie zur kontextuellen Exegese in Südafrika bekannt geworden.

Für eine vollständige Übersicht der Publikationen der einzelnen e/αc-Mitglieder zum Thema Ethik besuchen Sie bitte deren jeweilige Webseiten.

  • Ruben Zimmermann, Verzichten ist mehr als Unterlassen. Moralphilosophische Grundlagen und medizinethische Anwendungen einer ‚Ethik des Verzichts‘, in: Heimerdinger, Timo/Kanz, Hannah (Hg.): Verzicht. Umstrittene Kulturtechnik und ethisch-spirituelle Ressource. Münster: Waxmann 2025, 23-50.
  • Ruben Zimmermann, The Healing Tree of Life in the Revelation of John: An Earth-Bible-Reading, in: Z. Shoukry, M. Jekel, R. Zimmermann (Hg.), Creation Concepts – Creation Care, WUNT 537, Tübingen 2025, 207-228.
  • Ruben Zimmermann, Warum weniger gut sein kann. Eine Ethik des Verzichts, Stuttgart: Reclam, 2025; 2., durchgesehene Aufl. 2025, siehe https://idw-online.de/de/news849643
  • Ruben Zimmermann, Wäre Jesus Klimaaktivist? Biblische Inspirationen für eine zeitgemäße Schöpfungsethik, Leipzig: EVA, 2025. siehe https://idw-online.de/de/news851801
  • Ruben Zimmermann: Knappe Zeit zum Handeln. Das μικρον χρόνον-Motiv im Johannesevangelium in schöpfungsethischer Perspektive, in: Ethik der Zeit – Zeiten der Ethik. Ethische Temporalität in Antike und Christentum. hg. von Ruben Zimmermann et al., Tübingen 2024, 229–246.
  • Dorothea Erbele-Küster: Biblical Hermeneutics of Food in Times of Pandemic, in: Biblische Notizen 198/2023, 7-19.
  • Ulrich Volp (Hg.): Buße in der Alten Kirche (Patristic Studies 17), Leuven 2023.
  • Mirjam Jekel, Zacharias Shoukry, Ruben Zimmermann, Was kann die Bibel zur aktuellen Schöpfungsethik beitragen? Das Neue Testament im Kontext neuerer öko-hermeneutischer Ansätze der Schriftinterpretation, EvTh 83 (2023), 194-210.
  • Ruben Zimmermann: Ist Sterbefasten eine Alternative zum assistierten Suizid? Plädoyer für eine eigene ethische und diakonische Würdigung des ‚freiwilligen Verzichts auf Nahrung und Flüssigkeit“ (FVNF), in: R. Anselm/I. Karle/U. Lilie/H. Meyer-Magister (Hg.), Was tun, wenn es unerträglich wird? Die Frage nach dem assistierten Suizid als Herausforderung für Kirche und Diakonie, Gütersloh: Penguin Random House 2023, 228-248.

Seit Gründung des e/αc wurde auch eine eigene Publikationsreihe unter dem Namen „Kontexte und Normen der neutestamentlichen Ethik/Contexts and Norms of New Testament Ethics“ ins Leben gerufen, die als Unterbereich der „Wissenschaftlichen Untersuchungen zum Neuen Testament“ (= WUNT, Mohr Siebeck) erscheint. Es handelt sich dabei um Veröffentlichungen von Mitgliedern des e/αc, um Dissertationen sowie um Tagungsbände (für weitere Infos bitte auf das jeweilige Bild klicken).

Die Open Access Zeitschrift „Journal of Ethics in Antiquity and Christianity (JEAC)“ etabliert einen Dialog zwischen exegetischen, judaistischen und patristischen Beiträgen mit philosophischen und systematisch-theologischen Ansätzen zu gegenwartsrelevanten ethischen Fragestellungen und bringt damit die ethischen Dimensionen antiker Texte in die gegenwärtigen Ethikdiskurse ein. Ethische Frage­stellungen ziehen sich nicht nur gegenwärtig quer durch die verschiedenen Wissenschaften, sondern waren bereits in der Antike in vielen Kontexten präsent. Die Art der Bearbeitung ethischer Thematiken in Texten der Antike erbringt für die Gegenwart weit über das Verständnis der eigenen Tradition hinaus methodische und inhaltliche Impulse. Es wird aber weder den Texten noch dem gegenwärtigen Diskurs gerecht, wenn der Beitrag der antiken Texte nur in Form von einzelnen Argumenten oder Motiven aus der Vergangenheit in die Gegenwart übertragen wird. Es bedarf einer sorgfältigen Explikation der ethischen Dimensionen biblischer und außerbiblischer Texte aus ihren antiken Kontexten und Diskurskonstellationen heraus, um diese in ihnen angemessener Weise zur Sprache zu bringen.

Dieser Vielstimmigkeit der Zeiten und Disziplinen wird das Journal of Ethics in Antiquity and Christianity durch die Vielfalt der vertretenen Fachdisziplinen und Textformen gerecht: Jede Ausgabe stellt zu einer spezifischen ethischen Fragestellung Artikel aus verschiedenen theologischen und nicht-theologischen Disziplinen mit einem Dialog zweiter konträrer Positionen, Miszellen und Rezensionen zusammen. Um die Ergebnisse für den ethischen Diskurs der Gegenwart in breitem Rahmen verfügbar zu machen, erscheint das Journal als Open Access-Veröffentlichung. Die Artikel werden auf Anfrage durch das Herausgebergremium in deutscher oder englischer Sprache verfasst und durchlaufen ein doppeltes Peer Review, das die Qualität und interdisziplinäre Verständlichkeit der Beiträge fördert.

Die Arbeit des e/αc steht in engerer Verbindung mit folgenden Einrichtungen und Projekten:

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(Nur wenige Schritte entfernt vom Mainzer Hauptbahnhof, Ausgang West)  

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Evangelisch-Theologische Fakultät
55099 Mainz

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
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Saarstraße 21
55122 Mainz

Bitte nehmen Sie per E-Mail Kontakt mit Prof. Dr. Ruben Zimmermann auf: ruben.zimmermann@uni-mainz.de